Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)

gemäß Art. 28 DSGVO · SteuerdokHub

Stand: Oktober 2026

Auftragsverarbeiter (Anbieter): Zanivo Solutions, Inh. Eiki So, c/o Regus, Bei den Mühren 1, 20457 Hamburg, hallo@steuerdokhub.de

Verantwortlicher (Kanzlei): Im Registrierungsvorgang angegebene Kanzlei / Steuerberatungsgesellschaft

Präambel

Dieser Auftragsverarbeitungsvertrag (nachfolgend „AVV") regelt die datenschutzrechtlichen Pflichten der Parteien im Zusammenhang mit der Nutzung der SaaS-Plattform SteuerdokHub.

Die Kanzlei („Verantwortlicher" i. S. d. Art. 4 Nr. 7 DSGVO) nutzt den Dienst SteuerdokHub, um von ihren Mandanten Belege, Quittungen und sonstige steuerrelevante Dokumente digital einzusammeln und zu verwalten. Im Rahmen dieser Tätigkeit verarbeitet der Anbieter Zanivo Solutions, Inh. Eiki So („Auftragsverarbeiter" i. S. d. Art. 4 Nr. 8 DSGVO) personenbezogene Daten der Mandanten des Verantwortlichen ausschließlich auf Weisung des Verantwortlichen.

Dieser AVV tritt ergänzend zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Auftragsverarbeiters in Kraft. Soweit Regelungen dieses AVV von den AGB abweichen, gehen die Regelungen dieses AVV vor.

Hinweis zur Geltung: Dieser AVV gilt für alle Kanzleien, die SteuerdokHub nutzen, und wird durch die Zustimmung in den Einstellungen der Plattform angenommen. Eine gesonderte Ausfertigung als unterzeichnetes Dokument kann unter hallo@steuerdokhub.de angefordert werden.

§ 1 Gegenstand und Dauer

(1) Gegenstand. Der Auftragsverarbeiter erbringt für den Verantwortlichen die im Nutzungsvertrag beschriebenen SaaS-Dienstleistungen (Entgegennahme, Speicherung und Bereitstellung von Mandantendokumenten). Im Rahmen dieser Dienstleistungen verarbeitet der Auftragsverarbeiter personenbezogene Daten gemäß den Vorgaben dieses AVV.

(2) Dauer. Dieser AVV gilt für die Dauer des Nutzungsvertrags. Er endet automatisch mit der Beendigung des Nutzungsvertrags, unbeschadet der Regelungen zur Datenlöschung in § 7.

§ 2 Art und Zweck der Verarbeitung

(1) Art der Verarbeitung. Erhebung, Speicherung, Übermittlung, Bereitstellung, Abruf, Löschung sowie alle sonstigen Verarbeitungsvorgänge, die im Rahmen des bestimmungsgemäßen Betriebs des Dienstes anfallen.

(2) Zweck der Verarbeitung. Ausschließlich zur Bereitstellung der SteuerdokHub-Funktionen: Entgegennahme von Dokumenten über Upload-Links, Speicherung, strukturierte Übersicht und Abrufmöglichkeit für die Kanzlei, sowie Protokollierung von Upload-Vorgängen mit Zeitstempel und Hashwert.

(3) Art der betroffenen Daten. Identifikationsdaten der Mandanten (Name, ggf. Kontaktdaten), Dokumente und Dateien (Belege, Rechnungen, Kontoauszüge und ähnliche steuerrelevante Unterlagen), Metadaten (Zeitstempel, Dateiname, Dateigröße, Hashwert), technische Zugriffsdaten (IP-Adressen beim Upload, soweit für Protokollierung erforderlich).

(4) Kreis der Betroffenen. Mandanten des Verantwortlichen (natürliche Personen und deren Angehörige, soweit deren Daten in übermittelten Dokumenten enthalten sind).

(5) Keine Eigennutzung. Der Auftragsverarbeiter verarbeitet die Daten ausschließlich für Zwecke der Auftragserfüllung. Eine Nutzung für eigene Zwecke, Profiling oder Weitergabe an Dritte außerhalb der in § 5 genannten Unterauftragsverarbeiter findet nicht statt.

§ 3 Pflichten des Auftragsverarbeiters

(1) Weisungsgebundenheit. Der Auftragsverarbeiter verarbeitet personenbezogene Daten ausschließlich auf dokumentierte Weisung des Verantwortlichen, es sei denn, er ist nach dem Recht der EU oder der Mitgliedstaaten zur Verarbeitung verpflichtet. Die im bestimmungsgemäßen Betrieb des Dienstes anfallenden Verarbeitungen gelten als dokumentierte Weisung.

(2) Vertraulichkeit. Der Auftragsverarbeiter stellt sicher, dass sich die zur Verarbeitung befugten Personen zur Vertraulichkeit verpflichtet haben oder einer angemessenen gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht unterliegen.

(3) Unterstützung des Verantwortlichen. Der Auftragsverarbeiter unterstützt den Verantwortlichen dabei, seinen Pflichten nach Art. 32–36 DSGVO (Datensicherheit, Meldung von Verletzungen, Datenschutz-Folgenabschätzung, Vorabkonsultation) nachzukommen.

§ 4 Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Der Auftragsverarbeiter trifft gemäß Art. 32 DSGVO folgende Maßnahmen:

Zugangs- und Zugriffskontrolle

  • Authentifizierung aller Nutzer (Kanzlei-Accounts) mittels gesicherter E-Mail/Passwort-Zugangsdaten (Passwörter werden ausschließlich als gehashte Werte gespeichert via Supabase Auth). Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht verfügbar; eine Implementierung ist für eine zukünftige Version geplant.
  • Rollenbasiertes Berechtigungskonzept: Mandanten haben ausschließlich schreibenden Zugriff über Upload-Links ohne Lesezugriff auf andere Daten; Kanzleien haben Lesezugriff auf ihre eigenen Mandantendaten
  • Produktionsdaten sind für den Anbieter nur im technisch notwendigen Rahmen (Support, Fehlerdiagnose) zugänglich

Übertragungssicherheit

  • Verschlüsselung aller Datenübertragungen mittels HTTPS/TLS (TLS 1.2 oder höher)
  • Upload-Links sind kryptographisch zufällig generiert und nicht erratbar

Schutz gespeicherter Daten

  • Datenbankinhalte (einschließlich Metadaten) werden bei Supabase verschlüsselt at rest gespeichert (AES-256)
  • Hochgeladene Dokumente werden bei Hetzner (Falkenstein, Deutschland) in einem privaten, nicht öffentlich zugänglichen Objektspeicher abgelegt; Dokumente werden ausschließlich über kurzlebige, signierte Upload- und Download-Links (Gültigkeit 5 Minuten) direkt zwischen dem Browser und dem Objektspeicher übertragen
  • Speicherung in Deutschland (Hetzner Falkenstein und Nürnberg, Supabase Frankfurt); Verarbeitung der Anwendung in der EU-Region Frankfurt (Vercel). Übermittlungen an Unterauftragsverarbeiter mit Sitz außerhalb der EU erfolgen nur auf den in § 5 genannten Transfergrundlagen.

Integrität und Nachvollziehbarkeit

  • SHA-256-Hashwert für jede hochgeladene Datei, beim Hochladen im Browser berechnet und protokolliert — Änderungen sind erkennbar
  • Protokoll: Zeitstempel, Dateiname, Hashwert unveränderlich gespeichert (kein GoBD-Testat)

Verfügbarkeit und Wiederherstellbarkeit

  • Automatisierte tägliche Datenbanksicherungen durch Supabase, Aufbewahrung 7 Tage. Point-in-Time Recovery (PITR) ist derzeit nicht aktiviert.
  • Tägliche Sicherungskopie der hochgeladenen Dokumente bei Hetzner in einem zweiten deutschen Rechenzentrum (Nürnberg), getrennt vom Dokumentenspeicher in Falkenstein. Jede Sicherungskopie ist 14 Tage lang unveränderbar gespeichert und wird ausschließlich zur Wiederherstellung verwendet.
  • Serverinfrastruktur in deutschem Rechenzentrum (Hetzner, Nürnberg/Falkenstein)

Datentrennung

  • Mandantendaten werden kanzleibezogen getrennt gespeichert (Row-Level Security); eine Kanzlei hat keinen Zugriff auf Daten anderer Kanzleien

§ 5 Unterauftragsverarbeiter

(1) Allgemeine Genehmigung. Der Verantwortliche erteilt hiermit seine allgemeine Genehmigung für den Einsatz der folgenden Unterauftragsverarbeiter. Der Auftragsverarbeiter informiert den Verantwortlichen über beabsichtigte Änderungen rechtzeitig.

(2) Genehmigte Unterauftragsverarbeiter:

AnbieterSitzZweckTransfergrundlage
Supabase Inc.USA (EU-Hosting: Frankfurt / AWS eu-central-1)Datenbank, AuthentifizierungsdiensteArt. 45 DSGVO (EU-US Data Privacy Framework) + SCCs
Hetzner Online GmbHDeutschland (Falkenstein, Nürnberg)Serverhosting, Objektspeicher für Dokumente (Falkenstein) und Sicherungskopien (Nürnberg)Verarbeitung innerhalb EU/EWR
Vercel Inc.USA (EU-Region Frankfurt)Anwendungs-Hosting, Log-DatenArt. 45 DSGVO (EU-US Data Privacy Framework)
Brevo SASFrankreich (EU)E-Mail-Versand (Upload-Anforderungen und Benachrichtigungen)Sitz in der EU; etwaige Verarbeitung außerhalb EU/EWR durch Unterauftragnehmer nur auf Grundlage von EU-Standardvertragsklauseln (Art. 46 DSGVO)
Stripe Inc.USA (EU-Niederlassung Irland)Zahlungsabwicklung (nur bei kostenpflichtiger Nutzung)Art. 45 DSGVO + Standardvertragsklauseln
Functional Software Inc. (Sentry)USA (EU-Datenregion Deutschland)Fehlerüberwachung – derzeit deaktiviert und nicht im Einsatz; es werden keine Daten übertragenEU-Standardvertragsklauseln (Art. 46 DSGVO)
Anthropic PBCUSAKI-Dokumentklassifikation – derzeit für Kanzleien nicht freigeschaltet; es werden keine Daten übertragenEU-Standardvertragsklauseln (Art. 46 DSGVO)

(3) Weitergabe. Der Auftragsverarbeiter legt den genannten Unterauftragsverarbeitern dieselben Datenschutzpflichten auf, die ihm gegenüber dem Verantwortlichen obliegen, insbesondere in Form entsprechender vertraglicher Vereinbarungen gemäß Art. 28 Abs. 4 DSGVO.

§ 6 Betroffenenrechte

Der Auftragsverarbeiter unterstützt den Verantwortlichen bei der Erfüllung seiner Pflichten gegenüber betroffenen Personen (Mandanten), einschließlich Auskunft (Art. 15 DSGVO), Berichtigung (Art. 16), Löschung (Art. 17), Einschränkung (Art. 18), Datenübertragbarkeit (Art. 20) und Widerspruch (Art. 21 DSGVO).

Gehen beim Auftragsverarbeiter direkt Anfragen von betroffenen Personen ein, leitet er diese unverzüglich an den Verantwortlichen weiter.

§ 7 Datenlöschung und Rückgabe

(1) Aufbewahrungspflichten des Verantwortlichen. Hochgeladene Dokumente können steuerrelevante Belege sein, für die gesetzliche Aufbewahrungsfristen gelten (z. B. § 147 AO). Die Einhaltung dieser Fristen liegt beim Verantwortlichen. Er sichert seine Daten vor Ablauf der Downloadfrist nach Absatz 2 selbst oder beauftragt eine längere Aufbewahrung.

(2) Dateirückgabe und Löschung nach Vertragsende. Nach Beendigung des Nutzungsvertrags werden dem Verantwortlichen seine Daten 30 Tage lang zum Download bereitgestellt (Datenexport). Der Verantwortliche wird vor der Löschung per E-Mail informiert. Danach löscht der Auftragsverarbeiter die Daten (Dokumente, Datenbankeinträge einschließlich Prüfprotokoll und Zugang), sofern der Verantwortliche nicht vorher in Textform eine längere Aufbewahrung beauftragt hat.

(3) Sicherungskopien. Sicherungskopien werden ausschließlich zur Wiederherstellung verwendet. Nach der Löschung in den Produktivsystemen werden verbleibende Kopien in Sicherungen im Rahmen der Rotation innerhalb von 15 Tagen gelöscht, Datenbanksicherungen bei Supabase nach 7 Tagen. Bei einer Wiederherstellung werden bereits gelöschte Daten nicht wiederhergestellt.

§ 8 Datenpannen

Der Auftragsverarbeiter meldet dem Verantwortlichen ohne unangemessene Verzögerung, soweit möglich innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden, jede Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten gemäß Art. 33 Abs. 2 DSGVO. Die Meldung erfolgt per E-Mail an die im Konto des Verantwortlichen hinterlegte E-Mail-Adresse.

§ 9 Schlussbestimmungen

(1) Kontrollrechte. Der Verantwortliche ist berechtigt, die Einhaltung dieses AVV zu kontrollieren — durch Anforderung von Nachweisen oder schriftliche Anfragen an hallo@steuerdokhub.de. Kontrollen vor Ort bedürfen angemessener Ankündigung.

(2) Anwendbares Recht. Dieser AVV unterliegt dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Gerichtsstand ist Hamburg.

(3) Änderungen. Wesentliche Änderungen werden dem Verantwortlichen mit angemessener Frist angekündigt.

(4) Salvatorische Klausel. Sollten einzelne Bestimmungen dieses AVV unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.

Anbieter: Zanivo Solutions, Inh. Eiki So, c/o Regus, Bei den Mühren 1, 20457 Hamburg · hallo@steuerdokhub.de
AVV Stand: Oktober 2026